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Sauberes Trinkwasser


Nur etwa 2,5 Prozent des Wassers auf der Erde ist Süßwasser und damit trinkbar. Zudem gehen jährlich Wasserspeicher wie Bäche, Flüsse und Seen verloren. Eine gerechte Verteilung der Ressource Wasser ist weltweit nicht gewährleistet, sodass die Mangelware Wasser auch Konfliktpotential in manchen Regionen schüren wird.

Ein fließender Wasserhahn ist für uns Europäer eine Selbstverständlichkeit, für ein Sechstel der Weltbevölkerung jedoch reiner Luxus. Entwicklungsländer leiden am meisten unter diesem Mangel, und durch den Klimawandel wird die Situation immer bedrohlicher:

  • Etwa 1 Mio. Menschen haben keinen Zugriff zu sauberem Trinkwasser
  • 2 Mio. Menschen haben keinen Zutritt zu Sanitäranlagen
  • 3 Kinder sterben jede Minute an verunreinigtem Wasser
  • In Flüchtlingslagern und Zeltdörfern wie in der Provinz Darfur im Tschad, Pakistan oder im Gazastreifen ist die Ansteckungsgefahr am größten. Besonders Alte, Kranke und Kleinkinder sind Krankheiten wie Gelbsucht, Thyphus und Cholera nahezu schutzlos ausgeliefert. Nur etwa 60 Prozent der Bevölkerung die südlich der Sahara leben, haben Zugriff auf sauberes Trinkwasser und weniger als 40 Prozent Zutritt zu sanitären Anlagen.

    Aus diesem Grunde hat die UN eine Resolution verabschiedet, in der sich über 120 Nationen dazu verpflichten, mehr für den Zutritt zu sauberem Trinkwasser zu unternehmen, indem die Generalversammlung das Recht auf sauberes Wasser endlich als Menschenrecht anerkannt hat. Diese eingebrachte Resolution stammt vom Anden-Staat Bolivien und erinnert an die sogenannten Millennium-Entwicklungsziele der Staats- und Regierungschefs aus dem Jahre 2000. Diese besagen, dass der Anteil der Menschen ohne Zugriff auf sauberes Trinkwasser und sanitäre Einrichtungen bis zum Jahre 2015 halbiert werden soll. Gemäß des Pamphlets werden Hilfsorganisationen und Staaten aufgefordert, armen Ländern finanzielle Hilfe und technisches Know-how zur Verfügung zu stellen.

    Dennnoch wurde im Jahre 1997 auf Druck der Weltbank die Wasserversorgung in einer Region Boliviens privatisiert und an einen US-amerikanischen Konzern übergeben. Dabei wurden vom Gesetzgeber "marktkonforme Rahmenbedingungen" geschaffen, die keine Versorgung für ländliche Gebiete verpflichtend vorsah. Gemeinden wurde untersagt, selbst Brunnen zu bauen und erhob sogar zusätzliche Gebühren für bereits bestehende Brunnen, selbst wenn diese sich seit Generationen in Familienbesitz befanden.

    Die Folgen waren desaströs, weil auch das Sammeln von Regenwasser ohne Weiteres unter Strafe gestellt wurde. Wenn wir in Deutschland durchschnittlich ca. 30 Prozent unseres verfügbaren Einkommens für Miete berappen sollen, mussten die Bolivianer etwa denselben Prozentanteil für sauberes Trinkwasser aufwenden. Die Folge war, dass es um die Jahrtausendwende zu massiven Straßenschlachten mit mehreren Toten und Verletzten kam. Glücklicherweise wurde diese Privatisierung per Verwaltungsakt aufgehoben, was allerdings eine Schadensersatzklage des US-amerikanischen Konzerns nach sich zog.

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