Wasserbehandlung
Wasserbehandlung bezeichnet Verfahrensweisen mit denen Rohwasser zu Trinkwasser aufbereitet werden kann. In der Wasser-Terminologie spricht man in diesem Zusammenhang generell von vier möglichen Behandlungsverfahren zur Reinigung von Wasser. Im Jahre 1854 erkannte J. Snow, ein Londoner Arzt, dass die Cholera nicht durch Dünste (Gerüche übelster Art) verbreitet wurde, wie man einst annahm. Snow wies nach, dass eine kontaminierte Schwengel-Pumpe Ursache allen Übels war. Er entfernte die Pumpe postwendend um sie auszuwechseln, was schließlich das Ende der Epidemie mit seinen ca. 15.000 Toten bedeutete und so zufällig auch die mechanische Wasserbehandlung revolutionierte.
Mechanische (Ab-) Wasserbehandlung
Die Trennung von Feststoffen erfolgt bei der mechanischen Wasserbehandlung mittels Kescher (wie der Bademeister im Schwimmbad) oder auch Sandfang aus einem sogenannten Absetz-Becken. Unterschiedlichste Utensilien können da zum Vorschein kommen, wie z.B.: Holzreste, Blechdosen, Kleidungsstücke, Weinkorken, Zahnbürsten, also alles was schwimmen kann, aber auch Sand über die nachgeschaltete Auffangvorrichtung. Die mechanische Reinigung allen Wasserbehandlungs-Methoden stets vorgeschaltet.
Biologische (Ab-) Wasserbehandlung
Allgemeine Bezeichnung von Verfahren bei denen höhere Lebewesen und Mikroben einen angestrebten Stoffumsatz erwirken. Viren und Bakterien bauen im Abwasser über biologische Verfahren Verunreinigungen ab um sich in Zellkörper oder auch Gase, wie Co2 und Schwefelwasserstoff zu wandeln. Man unterscheidet in der Biologischen Wasserbehandlung zwischen aerober und an-aerober Verfahrensweise.
Chemische (Ab-) Wasserbehandlung
Bei der chemischen Abwasserbehandlung kommen chemische Verfahren wie Neutralisation, Faellung oder Flockung zum Einsatz. Die Inhaltsstoffe der Abwässer werden hier in eine andere Form überführt um später eine mechanische Trennung durchführen zu können. Die chemische Wasserbehandlung kommt allerdings immer mehr in Verruf. Auch biologisch abbaubare Bindungen werden durch die chemischen Verfahrenstechniken zerstört, was eine Beeinträchtigung der nachgeschalteten biologischen Wasserbehandlung zur Folge hat. Auch ein Verfahren, welches normalerweise Friseure zum Blondieren benutzen findet hier seine Anwendung. Wasserstoffperoxid, ein Mittel zum Haare bleichen wird bei der sogenannten Oxidation verwendet.
Thermische (Ab-) Wasserbehandlung
Bei der kostenintensivsten Verfahrenstechnik wird thermische Energie benötigt, da sie eine Stoffumwandlung über unterschiedliche Prozesse nach sich zieht. Mittels Destillation, Nass-Oxydation, Kristallisation aber auch die Trockenlegung von Klärschlamm, kann Abwasser wieder in Trinkwasser umgewandelt werden. Die thermische Wasserbehandlung wird auch zur Rückgewinnung von industriellen Wertstoffen mittels Extraktion oder Absorption eingesetzt.