Wasserversorgung
Ohne ausreichende Wasserversorgung geht weltweit gar nichts. Täglich sterben ca. 4.000 Kinder, weil sie keine ausreichende Wasserversorgung haben, und somit auch keinen Zugang zu einfachen Sanitäranlagen. Sie werden Opfer von Krankheiten und stecken sich mangels ausreichender Hygiene an. Vor allem in Entwicklungsländern sind Krankheitserreger und Abwasser innerhalb des Wassers schuld daran, dass jährlich laut WHO etwa 1,8 Millionen Kinder an Durchfall-Erkrankungen sterben.
Ausgelöst wird dieser katastrophaler Zustand durch Stoffe wie Fluoride, Arsen und Chemikalien. Sie verursachen körperliche Behinderungen einerseits, und hemmen die normale Entwicklung der Kinder andererseits. Zudem wird Wasser immer knapper. Die Wasserversorgung wird für 60-70% der Weltbevölkerung ab 2015 nicht mehr gesichert sein, so die WHO. Mehr zum Thema Wasserknappheit
Folgen mangelnder Wasserversorgung
Weil die Wasserversorgung stockt und sanitäre Einrichtungen Mangelware sind, sinkt auch die Produktivität. Dies führt zu wirtschaftlichen Schäden, welche zahlenmäßig höher beziffert werden, als die Entwicklungshilfe, die in die betroffenen Länder fließt. In sehr entlegenden Gebieten lebende Kleinbauern leiden somit am meisten unter der mangelnden Wasserversorgung.
Ungleichverteilung der Wasserversorgung
Ein durchschnittlicher Europäer verbraucht ca. 200 Liter pro Tag, in Entwicklungsländern müssen über eine Milliarde Menschen mit unsagbaren fünf Litern auskommen. Die WHO postuliert, dass pro Kopf mindestens 20 Liter Wasser täglich notwendig sind. Will heißen, dass ein Europäer durch die tägliche Toilettenspülung mehr verbraucht als ein Mensch in den Entwicklungsländern zum Durst stillen benötigt.
Mangelnde Wasserversorgung behindert Bildung
Oftmals müssen Mädchen und junge Frauen in den Entwicklungsländern zu entlegensten Wasserquellen laufen, um Wasser zu holen. Sie schleppen stundenlang Trinkwasser für ihre Familien und können somit nicht zur Schule zu gehen. Daraus resultiert wieder mangelnde Bildung, die wiederum zu weiteren Problemen führt.
Konfliktpotenzial mangelnder Wasserversorgung
Aufgrund von Nutzungskonflikten ist es vorhersehbar, dass es zu Spannungen um das Wasseraufkommen von Flüssen und Seen kommen wird, da 60% der Weltbevölkerung in grenzüberschreitenden Einzugsgebieten von Flüssen lebt. Insbesondere im Nahen Osten ist dies immer ein zentrales Thema. Um die Flüsse Euphrat und Tigres gibt es bereits Konflikte der Länder Türkei, Syrien und dem Irak. Der Süßwasserbedarf dieser Länder steigt aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung rapide an.
Nicht zuletzt spielt die Bevölkerungsentwicklung eine große Rolle. Man rechnet in den nächsten 30 Jahren mit einem Wachstum von bis zu 50% in diesen Ländern und deren Anrainerstaaten.
Auch die zunehmende Waldrodung birgt großes Gefahrenpotential. Bäume sind ein wichtiger Wasserspeicher, spenden Schatten und bieten Schutz vor Erosion. Es könnte durch nachhaltige Landwirtschaft, welche die Böden nicht so auslaugt, eine Menge Wasser gespart werden.